Karnevalssitzung

Sitzung 2008

Fotos von Willi Kurth

Die sechste Benefizkostümsitzung „Kölsche Jecke für uns Pänz in Rio” fand am 14.01.2008 im vollbesetzten Sartory-Ostermannsaal statt. Die Kölsche Clowns brachten den Saal mit Stimmungsliedern auf „Betriebstemperatur”, bevor dann die „Post abging”, beginnend mit den Altstädtern und dem Einzug des Elferrats unter der Sitzungsleitung von Jürgen Blum.

Senkrechtstarter im Kölner Karneval Marc Metzger in der Type „Ne Blötschkopp” begeisterte das Publikum mit seiner Situationskomik und seinem humoristischen Dauer-Nonsense-Beschuss, der kaum Zeit zur Regeneration der Lachmuskeln zuließ.

Marc Metzger als „Ne Blötschkopp”
Marc Metzger als „Ne Blötschkopp”

Auch Jupp Menth in der Type „Ne Kölsche Schutzmann”, seit Jahren eine feste Größe im Kölner Karneval, engagierte sich für die Pänz in Rio und brachte eine launige kölsche Rede zur Freude des aufmerksamen Publikums.

Jupp Menth als „Ne Kölsche Schutzmann”
Jupp Menth als „Ne Kölsche Schutzmann”

Der Kölner Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Prof. Eberhard Metternich, Ehrenmitglied des Vereins „Kölsche Jecke”, überzeugte vierstimmig mit einem Mix aus Liedern der Vorjahre. Die Choreographie studierte Ballettmeisterin Biggi Fahnenschreiber ein. Erstmalig wagte der Domchor dabei einen Tellerwurf.

Sitzungspräsident Jürgen Blum überreichte den Schirmherren Oberbürgermeister Fritz Schramma, Weihbischof Dr. Heiner Koch (stellvertretend für Schirmherr Kardinal Meisner) und Festkomiteepräsident Markus Ritterbach große Klingelbeutel und entsandte sie in den Saal zur traditionellen Kölsche-Jecke-Kollekte, die diesmal ein Ergebnis von 4.722,26 € erbrachte und damit den Stand des Vorjahres noch übertraf. Die Sammelaktion wurde begleitet von den Tänzen der Kinder- und Jugendtanzgruppe Kölsche Dillendöppcher unter Leitung von Monika Cöln und den Prinzengarde-Pänz.

Zum ersten Mal mit dabei waren auch die 3 Colonias, die mit viel Klamauk und Parodie auch musikalisch überzeugten und zusammen mit den Klüngelköpp die Stimmung im Saal auf einem konstant hohen Level hielten.

◆   Zweite Abteilung   ◆

Auch zu fortgeschrittener Stunde ist Willibert Pauels in der Type „Ne Bergische Jung” immer wieder ein Genuss und ein Garant für anspruchsvolle Unterhaltung. Im wirklichen Leben Diakon, begeisterte er als Büttenclown durch seinen Vortrag über Kirche, Religion und Karneval. Auf dem Bild tritt er nicht etwa als Lappenclown, sondern als das neue Richter-Domfenster verkleidet auf!

Das Dellbrücker Boore-Schnäuzer-Ballett aus dem ländlicheren Stadtteil Köln-Dellbrück mit seiner „grazilen” Tanzmarie Dieter Theisen und „singem Päd”, das sich bei genauerem Hinsehen als Zebra herausstellt — eine gekonnte Persiflage auf die Traditionskorps des Kölner Karnevals.

Wieder eine klasse Leistung legte das Tanzkorps Sr. Tollität Luftflotte aufs Parkett. Man kann die Kameradschaft und Geschlossenheit dieser Truppe in ihren choreografisch perfekten und ausdrucksstarken Tänzen förmlich spüren — eine der besten Tanzgruppen, die den Kölner Karneval bereichern und deren Akrobatik nur die Saaldecke zu begrenzen scheint.

Nach Renate Baum in der Type „Putzfrau vum Rothuus” folgte die Tanzgruppe Kölsch-Hänneschen in Kostümen kölscher Originale mit bekannten kölschen Liedern. Zum Abschluss dann noch mal ein Paukenschlag: Das Orchester „Die Domstädter” mit seinem unverkennbar getragenen Bläser-Sound wurde mit stehenden Ovationen verabschiedet und beschloss als letzter Programmpunkt die Sitzung.

Anzumerken bleibt noch, dass alle beteiligten Künstler, Redner, Tanzkorps, Musik- und Tanzgruppen ohne Gage zugunsten des Sozialzwecks für die Pänz in Rio aufgetreten sind. Unseren herzlichen Dank hierfür!

Marion und Ulrich Böde · Verein „Kölsche Jecke”